TeilnehmerInnen über Greenskills


Greenskills - Grüne Fertigkeiten und ihre Nebenwirkungen

Ich träume vom idyllischen Leben in einem Hobbit Häuschen. Umkreist von fruchtbarer Erde für regionale Subsistenzwirtschaft und Selbstversorgung. Umgeben von gleichgesinnten Menschen um in echter Gemeinschaft ein Dasein in Nachhaltigkeit, Sinnfülle und Herzensfreude zu leben. Da fällt mein Blick auf die bunten Bilderrahmen an der Wand, die Momentaufnahmen eines reich beschenkten Lebens zieren. Bilder, für die ich meinen handwerklich geübten Papa kommen ließ um sie aufzuhängen... Genug geträumt, visioniert, gegoogelt, gefacebookt. Eine wendende Begegnung führt mich zu United Creations und dem greenskills Intensivlehrgang „für ressourceneffizientes Arbeiten mit nachhaltigen Materialien“. In 7 Basismodulen soll ich einen Überblick  über die Aufgabe „ressourcenschonendes und nachhaltiges Bauen im Kontext der Permakultur und Gemeinschaftsbildung“ bekommen. Das Lied „this is too good to be true“ stimmt sich in meinem erregten Hirn an. Der Infoabend mit den beseelten, fachkundigen LehrgangsleiterInnen gibt mir endgültige Gewissheit. Ja, ich will. Es folgt ein 7 Wochen Galopp, nach dem ich endgültig verloren bin für das Funktionieren in der Gesellschaft der kapitalistischen Nützlichkeit. Ich hab bis heute nicht ganz durchschaut, wie diese Komposition derart gelingen konnte. Lag´s an den inspirierenden Mitmenschen, die ihr Ändern schon (lange) leben? An den wissensübergreifenden, Perspektive-erweiternden Vortragsinhalten? An der erlebten Potentialentfaltung und dem Erspüren der Schaffenskraft im Praxisteil? Die befruchtende Mischkultur macht’s. Ich bleibe gerne infiziert und inspiriert und setze unter anderem ab nun soziokratische Segel in Gemeinschaft und Entscheidungsprozessen. Mit meinem Facebook post möchte ich abschließen: "Wenn Passion mit Wissen Lebens(t)räume bestäubt... Dann zehrst du lange von der Urgewalt an Kenntnissen, Weitblick, Praxis(erfahrung), BewusstSeinsErWeiterung und vor allem an der unbändigen Gruppen- und Schöpfungskraft. Danke dem gesamten Green Skills Lehrgangs Team für diesen intensiven Intensivlehrgang!" Nina Lenz, Absolventin des 4. Greenskills Intensivlehrgangs Lebensgestalterin in bald eigener Praxis und Mutter ihrer größten Lehrerin (Lara 5J.)


Ein kleines Wunder, das in mein Leben kam

Obwohl ich schon lange darüber grüble, wie ich mein Leben hier auf Erden verbessern kann und trotz genereller Vorkenntnisse in manchen Bereichen, hatte mein beruflicher Hintergrund fast nichts mit den Themen und Inhalten des Lehrgangs zu tun. Als ich also die Broschüre las und welche Gegenstände der Lehrgang umfassen würde, war ich fasziniert davon, wie viel zusätzliches Wissen und neue Informationen ich dort lernen würde: über nachhaltiges Leben allgemein, über nachhaltige Architektur, darüber wie man mit nachwachsenden Materialien effizient bauen kann, über Permakultur, über Leben in Gemeinschaft, Soziokratie, usw. Für mich war der Kurs auf persönlicher Ebene ein wahrer Durchbruch, ein kleines Wunder, das in mein Leben kam. Ich hab wunderbare Menschen getroffen, angefangen bei den OrganisatorInnen über meine KollegInnen bis zu all den ReferentInnen die zu uns kamen, um uns all ihre (Lebens-) Erfahrungen aus der eigenen Praxis weiter zu geben. Wir wurden Freunde, teilten unsere Lebensgeschichten und Wünsche für die Zukunft, wir machten gemeinsam Exkursionen in und um Wien, trafen viele verschiedene, interessante Menschen, lernten eine Menge über neue nachhaltige Architektur bzw. von Menschen, die irgendwann beschlossen haben, ihren Träumen und Ideen zu folgen und diese zu verwirklichen, unabhängig von der derzeit vorherrschenden gesellschaftlichen Mentalität. Ich war fasziniert. Ich hab in diesen 2 Monaten auf so vielen Ebenen mehr gelernt als in meinem ganzen bisherigen Leben: In einer einzigartigen Mischung von Ansätzen, wie ich meinen Alltag anders gestalten kann, bis hin zu neuen Berufsbildern, welche zukünftig mehr Platz in unserer Gesellschaft einnehmen werden. Die Möglichkeit ein Leben frei von äußeren Reglementierungen und Begrenzungen zu leben, hat es mir immer erlaubt ich selbst zu sein und über das Heute und Morgen nachzudenken, beginnend mit meinem persönlichen Weg zum großen Konzept, wie wir eine bessere Gesellschaft für uns und zukünftige Generationen bauen können. Manchmal bin ich erstaunt, dass es heutzutage die Möglichkeit gibt einen solchen Lehrgang zu besuchen. Wie eine der LehrgangsleiterInnen dazu meinte: das hier ist Realität, nicht nur eine Pause oder Ausflucht davor. Deshalb hat der Kurs, die Menschen, die ich dort getroffen habe und das neu erworbene Wissen mein persönliches Leben nicht nur stark beeinflusst, sondern mir auch die Möglichkeit gegeben, mich in beruflicher Hinsicht für die Selbständigkeit zu entscheiden. Es gibt noch so viel mehr für mich zu lernen und zu erfahren, aber ich werde dem greenskills Lehrgang immer dankbar sein, mir das aufgezeigt und die ersten Schritte angeleitet zu haben, was ich sowohl persönlich als auch beruflich gerne jetzt und in Zukunft umsetzten möchte. Vlad Mihaescu (Teilnehmer des 4. Lehrgangs)

DI Kurt Ecker

Absolvent Greenskills 2014


Eine Kurzzeitausbildung für zukunftsfähiges Leben und Arbeiten

Viele Ausbildungen sind auf ein fachspezifisches oder hintergründig  wirtschaftliches orientiertes Konzept zurechtgeschneidert.
Schwierig dies zu erkennen ist es dann, wenn Produkte, Leistungen, Angebote mit Tags wie Nachhaltigkeit, Ethik oder Grün beschrieben oder gar beworben werden.
Greenwashing ist mittlerweile ein moderates Mittel, um sich am Markt zu zeigen. Nicht immer ist erkennbar inwieweit der Anspruch grün zu sein, dann letztlich auch zukunftsfähig ist und dem Gemeinwohl von Mensch, Umwelt und Tieren dient. Mittlerweile werden sogar  “Produkte“ von Banken als grün, nachhaltig oder ethisch gelabelt. Hier ist Skepsis angebracht. Mit einer Portion Neugierde und Wachheit und grünem Hausverstand kann man der jeweiligen Einrichtung auf den Zahn fühlen, und zwar ob er nur von außen intakt erscheint und letztlich innen  hohl und faul ist.
Der acht-wöchige Greenskills-Lehrgang war tatsächlich grün -und- zukunftsfähig. Das Leistungs- bzw. Bildungsanagebot darin war durchdacht, ineinandergreifend und (öko-)logisch.
Die Module Nachhaltige Architektur, ökologische Baupraxis, Baubiologie, Permakultur, Gemeinschaftliches Wohnen greifen wie Zahnräder eines Getriebes ineinander. Das eine bedingt das andere, unterstützt, bewahrt und fördert es. Sobald diese Logik erkennbar ist, spiegeln sich die Resultate auch in der bekannten Dreieckskonstellation von “Ökologie, Ökonomie, Soziales“: Durchdachte Ökologie fördert den Lebenswohlstand auf allen Ebenen und für alle Lebensformen auf unseren Planeten. Leider bleiben durch vordergründig ökonomisch-orientiertes Streben die Schwächeren auf der Strecke: Welthungerbetroffene, enteignete Kleinbauern in Schwellenländern, intakte Naturreservate, Arbeitssklaverei und als Folge entgleister Agrarwirtschaft die allzu oft tabuisierte Massentierhaltung.
Der Lehrgang überrascht mit vielen Angeboten: Eine Vielzahl von kompetenten Vortragenden, einer Raumnutzung mit einem gelungenem Zwischennutzungskonzept, einer Außenbaustelle bzw. mit Workshopflächen im Freien, Permakulturversuchsflächen, sekond-hand Leihräder, vegan-freundliches Essensangebot, gut geplanten Fahrgemeinschaften und effiziente Zugfahrten zu den Exkursionsorten sowie Talente-Tauschangebote der Kursteilnehmer_innen,  etc.
Ein durchgängiger Fokus wird auf Softskills gelegt. Ich hab mir oft gedacht, wie genial es wäre, wenn der Arbeitsalltag mit dieser Bewusstheit gelebt wird. Der Lust- und Freudebarometer von routinierter Arbeit und Dienstleitung würde mehr und mehr nach oben klettern. Arbeit wäre dann nebst mit Sinn auch mit Spaß und Freude verbunden.
Der Kreis ist symbolträchtig, er spiegelt sich in allem “öko-logisch“ durchdachten Konzepten: Der “Unterricht“ findet in einer Kreisgemeinschaft statt. Hierarchie-Streben oder Frontal-Denken und Handeln und unterrichten werden durch das Potential von gemeinschaftlichen Prozessen ersetzt.
Ebenso belegen andere kreislauffähige Systeme, dass sie zukunftsfähig sind: Bauweisen für Häuser und Wohnanlagen, die mit vollständig rezyklierbaren Baustoffen konzipiert werden. Stroh-Lehm-Holzbauweisen sind ein Beleg dafür, dass diese Bautechnik tatsächlich zukunftsfähig sein kann. Die ältesten Stroh-Lehm Häuser sind über hundert Jahre alt und funktionsfähig.
Die Kreislauffähigkeit kann man aber nicht nur in der Bautechnik, sondern auch in allen anderen Bereichen wie Mobilität, Energiegewinnung, Tauschkreissystemen, Nachwachsenden Rohstoffen, Erzeugung von Konsumgütern aller Art und insbesondere bei Lebensmitteln untersuchen.
„Die Natur kennt keine Abfälle“ behauptet der Cradle to Cradle Forscher und “Erfinder“ Michael Braungart.  Letztlich handelt es sich um keine Erfindung, sondern um die Nachahmung von uralten und natürlich bedingten Konzepten und Prozessen.
Der Greenskills-Lehrgang rückte sinnerfülltes und ganzheitliches Lehren in den Vordergrund. Respekt! In acht Wochen habe ich mehr gelernt als in vielen anderen Ausbildungen.
Was ich mir nun wünsche: Immer mehr Stroh-Lehmhäuser in bester Qualität mit einer Lebendauer von mindestens 100 Jahren. -Solche, die sich immer wieder einfach und günstig sanieren lassen oder, die sich am Ende ihrer Lebensdauer am Bio-Acker auf natürlichem Wege entsorgen lassen.
Ich wünsche den Greenskills-Mitwirkenden, dass sie ihr umfangreiches Know-How auf vielen Ebenen zeigen, anwenden und multiplizieren können. Der Greenskills-Lehrgang -ist- zukunftsfähig, -mit Sicherheit!
DI. arch. (univ.) Kurt Ecker